
Wasserwerte
Jeder Teichbesitzer sollte ein gewisses Grundwissen bezüglich Wasserwerte haben, damit er seinen Teich besser verstehen kann und bei diversen Problemen auch richtig und rechtzeitig eingreifen kann.
Des öfteren werden auch in Gartencentern diverse Aktionen zur Wasseranalyse angeboten.
Dort stehen dann meistens Herren mit weißen Mänteln, die sich bereit erklären dein mitgebrachtes Teichwasser zu untersuchen.
Meiner Meinung nach sind diese Untersuchungen unseriös, da die von den Herren in Weiß erbrachten Werte nichts mit den Werten in ihrem Teich zu tun haben.
Schon wenige Minuten nachdem du die Wasserprobe entnommen hast, werden sich sämtliche Werte ändern und sind daher nicht mehr wirklich aussagekräftig. In den meisten Fällen wirst du aber mehr Zeit benötigen bis du in das Gartencenter zur Wasseruntersuchung kommen wirst.
Um aussagekräftige Werte zu erhalten müsstest du aber deine Wasserprobe sofort nach der Entnahme aufwendig stabilisieren.
Meistens ist der Sinn dieser Wassertestaktionen der, dir irgendwelche (unnötigen) Wundermittel zu verkaufen.
Dabei ist es eigentlich relativ einfach seine Wasserwerte selbst zu messen.
Eine Art seine Werte zu bestimmen sind Teststreifen aus Papier mit einem aufgebrachten Indikator, den du nur kurz ins Wasser tauchen brauchst.
Nach einer gewissen Zeit verfärbt sich der Indikator und man kann die Farbe des Teststreifens mit der beigelegten Farbtabelle vergleichen.
Dieser Farbtabelle sind dann die verschiedenen Werte zugeteilt.
Es gibt Testsreifen mit nur einem Indikator und sogenannte Kombiteststreifen wo man gleich mehrere verschiedene Werte ablesen kann.
Diese Teststreifen sind sehr einfach zu verwenden, jedoch würde ich auf Grund der Ungenauigkeit davon abraten.

Beispiel für einen Streifentest
Eine weitere Art sein Wasser zu testen, sind die sogenannten Tröpfchentests, die wesentlich genauer sind.
Diese Tröpfchentests gibt es einzeln für die jeweilgen Parameter, oder auch als Testset im Koffer mit dem man die wichtigsten Parameter seines Teichwassers feststellen kann.

Beispiel für einen Tröpfchentest
Grundsätzlich sei gesagt, daß es keinen Grund gibt gleich in Panik zu verfallen, wenn mal ein Wert etwas außerhalb der Opimalwerte liegt.
Bei verdächtigen Messergebnissen würde ich empfehlen den Test nach einiger Zeit zu wiederholen und die Messergebnisse zu vergleichen.
Sollten sich die Werte weiterhin verschlechtern, würde ich raten die Ursache zu finden und diese zu beheben.
Auf keinen Fall gleich in das nächste Geschäft laufen und irgendwelche Mittelchen kaufen und damit den Teich zuschütten.
Ich würde auf diese Mittel nur im Akutfall zurückgreifen, z.B. wenn Gefahr für die Teichbewohner besteht.
Wie gesagt, immer zuerst die Ursache bekämpfen, dann hilft meist auch schon ein Teilwasserwechsel um wieder die opimalen Werte zu erhalten.
Wenn die Wasserwerte in Ordnung sind, braucht man Tests nicht zwingenderweise weiter machen.
Ich persönlich teste mein Wasser ca. 1x im Monat, aber nur aus Interesse und nicht aus Notwendigkeit.
Wichtig ist auch zu wissen, dass einige Werte im Zusammenhang mit anderen stehen, damit man die erhaltenen Ergebnisse nicht falsch interpretiert.
Die wichtigsten Wasserparameter für den Teich
♦ ph-Wert (ph)
♦ Gesamthärte (GH)
♦ Karbonathärte (KH)
♦Ammonium/Ammoniak (NH4/NH3)
♦ Nitrit (NO2)
♦ Nitrat (NO3)
♦ Phosphat (PO4)
♦ Eisen (Fe)
♦ Kupfer (Cu)
♦ Kohlendioxid (CO2)
ph Um einen stabilen ph-Wert zu erhalten, muss die Karbonathärte mindestens 5°dKH betragen, da sonst die Gefahr besteht, dass der ph-Wert schwankt (Säuresturz)
Der ph-Wert des Wassers gibt den Säuregrad des Wassers an. Ein ph-Wert von 7 ist neutral, ph-Werte unter 7 sind sauer und bei ph-Werten von über 7 spricht man von alkalischen oder basischen Wasser.
Idealwert: 6,2 - 8,2
gh ist die Abkürzung für die Gesamthärte des Wassers und wird in Grad angegeben. Regen löst Calcium und Magnesium aus der Erde und härtet so das Wasser.
Idealwert: 5 -15 °dGH
kh ist die Abkürzung für Karbonathärte und wird ebenfalls in Grad angegeben Die Karbonathärte dient der Stabilisierung des ph-Wertes. Sie fängt Schwankungen ab, die z.B. durch die biologischen Abbauprozesse im Teich und den Kohlendioxidverbrauch der Pflanzen verursacht werden.
Idealwert: 5 - 10 °dKH
NH4/NH3 ist die Abkürzung für Ammonium / Ammoniak. Hohe Ammoniumwerte deuten auf eine gestörte oder oder noch nicht voll entwickelte Bakterienaktivität hin. Bei ph-Werten über 7 entseht aus Ammonium das giftige Ammoniak. Bereits bei Ammoniakwerten von 0,02mg/l auf längere Zeit werden die Kiemen bei Fischen geschädigt.
Idealwert NH4 (Ammonium): <0,5 mg/l
NO2 ist die Abkürzung für Nitrit. Nitrit entsteht im Teich als Zwischenprodukt beim Abbau der Ausscheidungen der Fische. Ein zu hoher Nitritgehalt gefährdet die Fische. Nitrit entsteht auch aus Ammonium und wir durch Bakterien zu Nitrat abgebaut.
Idealwert: <0,5mg/l
NO3 ist die Abkürzung für Nitrat. Nitrat ist in hohen Konzentrationen giftig und wird von Pflanzen aufgenommen. Wenn mehr Nitrat vorhanden ist als von Pflanzen aufgenommen wird, dann merkt man das sehr schnell am Algenwachstum. Gut beobachten kann man das im zeitigen Frühjahr wenn im Teich viele Nährstoffe vorhanden sind aber die Pflanzen noch nicht richtig wachsen. Die Folge ist dann meist ein vermehrtes Auftreten von Algen. Um den Nitratgehalt zu senken ist es unbedingt notwendig die Ursache für den Nährstoffeintrag zu finden und diesen so klein wie möglich zu halten. Nährstoffeintrag ganz verhindern kann man bei einem Teich aber nie.
Idealwert: so gering wie möglich aber auf jeden Fall <50mg/l
PO4 ist die Abkürzung für Phosphat. Phosphat entsteht durch hohen Fischbesatz, phosphathaltige Futtermittel oder Pflanzendünger. Ein hoher Phosphatgehalt in Verbindung mit hohen Nitratwerten führt zu übermäßigen Algenwachstum.
Idealwert: <1mg/l
Fe ist die Abkürzung für Eisen. Eisen ist einer von vielen wichtigen Nährstoffen für Wasserpflanzen. Ein zu geringer Eisengehalt ist nachteilig für Pflanzen, ein zu hoher aber schädigt die Fische. Vergilbte Pflanzenblätter sind ein Zeichen von Eisenmangel. Höhere Werte als 0,5mg/l sind jedoch für Fische schädlich.
Idealwert: 0,25 - 0,5mg/l
Cu ist die Abkürzung für Kupfer. Der Kupfertest sollte unbedingt bei unerklärlichen Fischsterben oder bei der Behandlung der Fische mit Kupferhaltigen Produkten durchgeführt werden. Kupfer ist hochgiftig und sollte in einem intakten Teich nicht vorhanden sein. Daher auch nie das Regenwasser einer Kupferdachrinne in den Teich leiten.
Idealwert: <0,1mg/l
CO2 ist die Abkürzung für Kohlendioxid. Kohlendioxid wird in der richtigen Menge von Wasserpflanzen für ein gesundes Wachstum benötigt. Ist der CO2 Gehalt zu niedrig kümmern die Pflanzen, ist der CO2 Gehalt zu hoch schädigt dieser die Fische.
Die CO2 Konzentration ist abhängig von ph und kh.
Idealwert: zwischen 10 - 60 mg/l
Diese Zusammenstellung der oben angeführten Wasserparameter sollte für den normalen Teichbesitzer mehr als ausreichend sein. Für Interessierte gibt es zusätzlich noch die Möglichkeit der Sauerstoffmessung O2, die Messung der Leitfähigkeit des Wassers Leitwert sowie die Silikatmessung SiO3.
Die angeführten Erkärungen sind keinesfalls als Vollständig zu betrachten, sondern dienen lediglich einem kleinen Grundwissen, das jeder Teichbesitzer haben sollte.
Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Air Jordan Shoes for Sale( AirJordanShoesforSale hotmail.com ), 09.05.2012 08:18:57: Your article I have learned a lot
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